Die Myra Ruinen und das St. Nikolaus Museum
Die Myra Ruinen, die sich in der Stadt Demre und in ihrer Umgebung befinden, sind besonders für ihre Felsgräber aus lykischer Zeit, ihrem Theater aus der römischen Zeit und ihrer St. Nikolaus Kirche aus byzantinischer Zeit berühmt. Die Felsgräber, Inschriften und Münzen lykischer Zeit zeigen, dass die Myra Ruinen bis in das 5. Jht. v.Chr. zurückzuführen sind. Myra zählt als eine der sechs großen Städte der lykischen Union. In lykischen und altgriechischen Inschriften wird sie als MYRRH bezeichnet. Im 2. Jht. n. Chr. hat sich Myra extrem entwickelt. In Myra wurde mit Unterstützung ihrer reichen Bewohner viele Konstruktionen aufgebaut und restauriert. Myra war in der Zeit von Byzanz sowohl aus religiöser, als auch aus der Sicht der Verwaltung eine der vollkommensten Städte. Dank von St. Nikolaus, der im 4. Jht. n. Chr. Bischof wurde, wurde Myra berühmt. Nach seinem Tod wurde er 'Sankt' benannt.
Es wurde eine Kirche gebaut, die seinen Namen trägt. Aufgrund von Fluten, Erdbeben und Angriffen der Araber ab dem 7. Jht. gab der Ruhm von Myra nach. Im 12. Jht. sah es mehr einem Dorf ähnlich. Die Ruinen, die bis in die Gegenwart erhalten geblieben sind, sind das Theater südlich des Akropolis und die Felsgräber auf beider Seiten des Akropolis. Der Wasserverbrauch wurde durch den Demre-Bach über Kanäle, die auf beiden Seiten des Tales in Felsen eingebaut wurden, geleistet.
Das St. Nikolaus Museum
St. Nikolaus, weltweit bekannt als Santa Claus oder Weihnachtsmann, wurde im Süden der Türkei, in Patara, in einem der wichtigsten Städte Lykiens, geboren. Er kam im Jahre 300 n. Chr. als ein Kind eines reichen Kaufmannes auf die Welt. Dieser wurde der Name Nikolaus gegeben. Sagen zufolge kam dieses Kind als ein Geschenk des Himmels, als ein Segen der Bitten seiner Eltern und als ein Held der armen auf die Welt. Es wird daran geglaubt, dass er schon in seiner Jugend den Menschen mehrere Wunder darlegte. Nach diesem Glauben kam er aus den Trümmern einer eingestürzten Kirche, während seine Mutter für sein Unglück weinte, lebend heraus.
Nach einer Weile starb sein Vater und er wurde Erbe eines großen Vermögens. Er beschloss dieses Vermögen zu Gunsten der Armen zu verwenden. In diesem Jahr war in Patara ein ehemaliger reicher Mann in Not geraten, so dass er die Hochzeitskosten seiner Tochter nicht bezahlen konnte. Aus Not dachte der Mann sogar daran seine Tochter zu verkaufen und Nikolaus beschloss sich ihm zu helfen. Ohne sich bekannt zu machen schleichte sich Nikolaus nachts in das Haus und warf einen Beutel volles Gold in das Zimmer der Tochter um die Kosten der Hochzeit begleichen. Am Morgen fand das Mädchen das Gold und freute sich sehr.
Um auch die Hochzeitskosten der anderen zwei Töchter der Familie zu decken beschloss sich Nikolaus nochmals Gold volle Beutel in die Zimmer zu werfen. Da die Fenster des Hauses geschlossen waren warf er dieses Mal die Goldbeutel durch den Schornstein ins Haus hinein.
Diese Geschichte ist der Hintergrund des Weihnachtsmanns. Diese Geschichte ist auch der Grund warum der St. Nikolaus in den Abbildungen mit drei goldenen Beuteln dargestellt wurde.
Eine andere Geschichte über das Leben des St. Nikolaus ist;
St. Nikolaus ging eines Tages nach Jerusalem um zu pilgern. Während seiner Rückkehr bewahrte er mit seinen Gebeten das Schiff davon von einer Versenkung und belebte gleichzeitig einen Seemann wieder, der in das Meer gefallen war. So ist St. Nikolaus auch als Beschützer der Seemänner bekannt.
Nikolaus zog in die Stadt Myra. Der Bischof von Myra verstarb in dieser Zeit und es wurden Diskussionen über den Nachfolger gemacht. Dann einigte man sich, dass die erste Person, die die Kirche besucht als Bischof akzeptiert wird. Die erste Person war Nikolaus. Er wurde somit zum Bischof ernannt. Auch hier zeigte er den Menschen mehrere Wunder und retten drei Generale vor dem Tode.
Eine andere Geschichte;
Als in Myra eine große Not herrschte, transportierten mehrere Schiffe Mais, von Alexandria nach Byzanz. Sie ankerten am Hafen Andriake von Myra. Nikolaus macht sich sofort auf den Weg zum Hafen und verlangte von jedem Schiff etwas Mais. Die Seemänner, die St. Nikolaus unwillig Mais abgaben, bemerkten in Byzanz, dass ihr Mais unvermindert im Schiff vorhanden war.
St. Nikolaus beteiligte sich 325 n. Chr. als Bischof von Myra in einer Versammlung in Nikea, in der die Probleme der Christen besprochen wurden. Ein Mann namens Bonaventura behauptete, dass Nikolaus drei Kindern, die in einem Gasthaus ermordet wurden, ihr Leben wiedergeschenkt habe.
Es wird vermutet, dass St. Nikolaus, der Beschützer der Schüler und Studenten, 343 n. Chr. in einem Alter von 65 Jahren gestorben ist. Die Bewohner von Myra bauten eine Kirche und ließen ihn Ewigkeit ruhen. Während der Kreuzzüge, am 20 April 1087 stahl ein Kaufmann von Bari die Knochen des St. Nikolaus und begrub sie in einer für ihn erbauten Basilika in Bari. Die übrig gebliebenen Knochen befinden sich heute in dem Museum von Antalya.
Die Kirche von St. Nikolaus
Als die Kirche oder Kapelle von St. Nikolaus aufgrund des Erdbebens im Jahre 529 einstürzte, wurde eine neue Basilika, dieser Kirche ähnlich erbaut. Peschlow ist der Meinung, dass die zwei kleinen Räume mit gleich großen Apszissen, südlich der großen Apzisse und der große Teil des nördlichen Nefs des heutigen Konstrukts dieser erst erbauten Kiche gehört. Diese Kirche ist aufgrund des Erdbebens im 8. Jht. und der arabischen Züge eingestürzt und danach wieder erneut erbaut worden. Im Jahre 1034 wurde sie wiederum durch arabische Seeangriffe beschädigt. Durch Inschriften ist zu erkennen, dass diese Kirche zehn Jahre in diesem beschädigten Zustand stand und im Jahre 1042 auf Befehl des byzantinischen Kaisers Konstantin Monomakhos der XI. und seiner Frau Zöe repariert worden ist. Im XII. Jht. wurde dieses Gebäude erweitert und erneut restauriert.
Es wurde nachgewiesen das diese Kirche, nach der Besetzung Myras durch die türkischen Truppen, weiterhin für religiöse Rituale besucht und mehrmals repariert wurde. 1738 wurde die Kapelle neben der großen Kirche repariert. C. Texier, der in den Jahren 1833 - 1837 in Myra war, berichtet in seinen Büchern über diese Kirche. Zehn Jahre später, im Jahre 1842, kamen Leutnant Spratt und Prof. Forbes nach Myra und zeichneten einen Bauplan der Kirche. Sie stellten fest, dass ein Kloster neben dieser Kirche sein könnte.
Während des Krim Krieges waren die Russen an dieser Kirche interessiert. Um eine russische Kolonie zu gründen kauften sie im Namen einer russischen Gräfin, namens Anna Golicia, Land in Myra. Doch die Osmanen bemerkten die politische Absicht der Russen und kauften das Land von ihnen zurück. Sie berücksichtigten nur ihre Bitte zur Renovierung der Kirche. So wurde 1862 ein Franzose, August Salzmann, für die Renovierung der St. Nikolaus Kirche beauftragt. Man kann leider nicht sagen, dass dies eine gelungene Renovierung war. Der Glockenturm wurde bei dieser Renovierung in den Komplex hinzugefügt.
Es sind tausende von Kirchen aufzuzählen, die den Namen des Schützers vieler Städte, St Nikolaus, besitzen. Seine Wunder wurden in mehreren Büchern genannt, das älteste wird den Jahren 750-800 zugeschrieben. Es wurde von dem Mönch des byzantinischen Klosters Michael verfasst.
Jetzt werden wir gemeinsam einen kleinen Ausflug in die St. Nikolaus Kirche machen:
Links neben der Steintreppe des Museumseingangs ist eine Statue des St. Nikolaus zu sehen.
An der südlichen Seite der Kirche, wurde im VIII. Jht. eine kreuzförmige Kapelle angebaut. In den Jahren 1862- 1863 wurden einige Bereiche des Innen- und Außennarthexses an der Kirche angebaut.
Obwohl der Haupteingang im Westen liegt sind wir der Meinung, dass es besser wäre die Kirche in der Ausflugsrichtung zu beschreiben. Durch zwei Säle, die bis heute unversehrt erhalten geblieben sind, gelangt man in das südliche Nef, dass in der Zeit von Byzanz angebaut wurde. In der östlichen Richtung des kreuzförmigen Saals befindet sich eine Apszisse mit einem drei bögigem Fenster. Vor der Apszisse ist der originale Stylobat und der Altar zu sehen. An den Nischen der Apszisse sind immer noch St. Figuren zu sehen. In der kleinen Nische sind die Fresken des St. Nikolaus sichtbar. Westlich der Treppen sind Fresken von Jesus, Maria und Johannes zu erkennen.
Das gut erhaltene Tor leitet in den langen Saal der kreuzförmigen Kappelle zu dem Sarkophag. Obwohl die Fresken in den Nischen des Sarkophags nicht sehr erkennbar sind, sind sie mit Fresken des St. Nikolaus versehen. Die Maria-Fresken in der ersten Nische der Nordwand und an den Säulen sind interessante Beispiele. Durch Inschriften ist zu erkennen, dass die Säule der zweiten Nische mit dem St. Nikolaus Fresken nicht gerecht eingebaut wurde.
Die zweite Nische und die Nische gegenüber sind sehr schlicht. Ein Tor macht den Eingang in den Hof der Kirche möglich. Im Hof sind zwei leere Sarkophage vorhanden. Die Kreuz- und Ankermotive auf dem Marmor wurden höchstwahrscheinlich für St. Nikolaus geformt. Auf der linken Seite des Grabes steht in der Inschrift das Datum 1118.
Durch den Hof gelangt man erst ins Aussennarthex, durch drei Türen in das Innennarthex, das zu dem Naos führt. Dieser Raum ist mir Fresken der Bischöfe versehen. Aus diesem Raum gelangt man zum Seitennef. Im Süden des Hauptraumes liegen zwei Nefe. Es wird vermutet, dass in dem Sarkophag des zweiten Nefes das Grab des St. Nikolaus liegt. Auf der Kuppel des Nordnefs befinden sich Fresken von Jesus und seinen 12 Aposteln.
Öffnungszeiten: Im Sommer, täglich von 09:00 bis 19:00 Uhr; Im Winter täglich von 08:30 bis 17:00 Uhr.
Adresse: Demre/Antalya